Mittwoch, 6. Januar 2010

Im kühlen Regenwald

Als wir am 1.1.10 in Puerto Montt ankamen, war alles geschlossen. Nur ein paar Schnapsleichen wankten durch die Strassen. Da wir davon ausgingen, dass unsere Leerlaufregulierungsklappe noch nicht bei der Post angekommen war, fuhren wir erst mal gen Norden Richtung Puerto Varas und dem Lago Llanquihue.

Es handelt sich um ein Gebiet, wo sehr viele Deutsche sich als Siedler niedergelassen haben und entsprechend sehen die Landschaft, die Häuser und die Strassen aus. Überall wird „Kuchen“ angeboten, die Feuerwehr heisst „Feuerwehr“ und zum ersten Mal haben wir in Südamerika eine asphaltierte Strasse mit einem Radweg gesehen.

Dem „Geheimtip“ unseres Reiseführers folgend machten wir uns auf den Weg durch das Yosemite-Tal nach Cochamo. Den Ausflug kann man sich sparen (und den Kauf des Iwanowski Reiseführers von Chile übrigens auch). Vom „behutsam angefangenen Tourismus“ konnten wir in Cochamo nichts entdecken, stattdessen beobachteten wir neben Lachsfarmen nur volltrunkene "tontos", die rechts und links am Wegesrand in sich zusammenbrachen...

Schöner war dann die Fahrt in den Parque Nacional Vincente Perez Rosales am Fusse des Osorno Vulkans. Der Campingplatz in Petrohue am Lago Todos los Santos war nicht offiziell geöffnet. Vielleicht hatte ein Lavastrom einen Teil der Einrichtungen zerstört.
Es war aber möglich sich an den See zu stellen, und die Aussicht auf den See ist wirklich schön.
Am 2.1. klarte das Wetter auf, so dass wir uns einige Besonderheiten des Nationalparks anschauen konnten. An den Wasserfällen des Rio Petrohue wurden für die Besucher Wege und Pfade angelegt, so dass wir dicht an die mit enormer Gewalt herunterstürzenden Wassermassen heran kamen. Ähnlich wie in Schaffhausen können Besucher auch mit einem Boot von unten an den grössten Wasserfall heran fahren. 

Während der Vulkan Osorno (2652m) sich noch in Wolken versteckte, hatten wir hier einen schönen Ausblick auf die Bergspitzen des Co. Puntiagudo (2493m). Beeindruckend fanden wir auch den Pfad durch den dort vorherrschenden Dschungel. Ohne den Pfad wäre an ein Vorankommen hier nicht zu denken.

Am frühen Nachmittag war die Spitze des Osornos sichtbar. Wir haben uns bis zur Skiliftstation hochgeschraubt und einen tollen Ausblick auf den Lago Llanquihue genossen. Der See ist der drittgrösste von Südamerika. 
Mit einer schönen Portion Streuselkuchen sind wir dann im strömenden Regen mit der Fähre zur Chiloe übergesetzt. 
Die Insel wurde schon sehr früh von Spaniern besiedelt im Vergleich zum patagonischen Festland (Castro 1565). Eine Besonderheit von Chiloe sind die vielen Holzkirchen, die in Europa entworfen und hier ohne Metallverbindungen errichtet wurden. 

Wir besuchten den Parque Nacional Chiloe mit seinem Sendero El Tepual. Ein mit Holzbohlen befestigter Weg führt durch das Dickicht des hier ursprünglich vorhandenen Regenwaldes. Zum Glück regnete es mal nicht.

Es ist kaum vorstellbar, wie die Menschen, die hierher kamen, sich durch diesen Wald geschlagen haben und die Insel so verändern konnten, dass der Osten der Insel in seinem Landschaftsbild wie Schleswig-Holstein aussieht. 

Kommentare:

  1. Moin auch,

    was sind denn das für Pflanzen auf dem Strand?

    ..... und trinkt ihr eigentlich nur Wasser, oder gibts auch mal einen Bericht über eines der schönen Weingüter? :))

    LG Christian.

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  2. Hallo Angela und Cornelius!!
    Habt ihr Jonas (mein freund von die uni) angerufen oder wolltet ihr eher alleine weiter fahren? Er könnte euch was zeigen (Kirche, Projekte, etc) und ein bisschen Geschichte euch erzählen, da er dort arbeitet....
    Vergiss nicht in Chiloe die "Palafitos" anzuschauen! ;)
    gaaaaanz liebe grüsse nochmals!!!!!!!!!!
    cami

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  3. Beim "blig" in den "blog" --nix dinne--
    nix Neues. Hoffentlich habt Ihr es jetzt wärmer,
    hätte ich auch gerne.

    Bis denne, liebe Grüße

    Ma

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  4. Die Pflanzen sind Algen, "cochayuyo". Sie werden im Meer geerntet, am Strand getrocknet und dann als Gemüse verkauft. Sie sehen dann aus wie zusammengelegte Fahrradschläuche.

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  5. Wart ihr in Cucao bei Susi aus dem Kaiserstuhl??? Sie kocht wunderbar und macht Gerichte mit Cochayuyo (z.b. Schokoladekuchen mit Cuchayuyo)
    AMigos, wir haben uns vorgestern im Nationalpark Valle de la Luna gesehen, wir sind die beiden, die in Salta leben und die Schweizer Bulli-Fahrer Stefan und Janine kennen. Mein arroganter Kommentar: wenn die Blogs gut geschrieben sind.
    Ich habe jetzt in euren Blog reingeschaut. Meine Empfehlung: mehr Begegnung mit den Menschen, das macht das Reisen interessant, die Natur ist natuerlich ganz wichtig, steht aber schon in diversen Reiseführern. Wie werden Dinge des Alltags in einer anderen Kultur anders angegangen? Hiermit ist mien Tipp zu Ende.
    Gruss Christof Kehr (ChristofKehr@web.de)

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  6. Noch was vergessen: Susi aus dem Kaiserstuhl hat zusammen mit ihrem chilenischen Mann Rolando gleich hinter der Bruecke links, wenn man in Cucao in den Nationalpark kommt den
    "Parador Darwin".

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